updated 11:57 AM, Nov 30, 2021 Europe/Vienna
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Strabag und Porr - wie Tag und Nacht

»Politik ist immer ein Bohren harter Bretter«, sagte SPÖ-Energiesprecher Wolfgang Katzian bei einer grandios guten Veranstaltung von Oesterreichs Energie im Vorfeld der Nationalratswahl. Der Verband hatte Ende Juni zu einem Podiumsgespräch der Energiesprecher der größeren wahlwerbenden Parteien geladen. Das Interesse an den Inhalten war groß und die Parteienvertreter enttäuschten auch nicht. Alle – SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen, BZÖ und Team Stronach – waren sich einig: Energieunabhängigkeit für Europa, Ausbau der Netze und Erneuerbaren.

Im Detail gab es bei den politischen Zielen freilich Unterschiede: Die einen setzten auf den gewohnten Konsens auch bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und Fördermodellen, die anderen auf den schnelleren Ausbau von Wasserkraft und Netzen. »Ein Biber darf nicht ein Projekt zu Fall bringen«, fomulierte es Robert Lugar, Team Stronach, plakativ. In Acht nehmen sollten sich die Eigentümer der Energieversorger vor dem Wunsch des BZÖ, das mit politisch besetzten Aufsichtsräten und Vorständen Schluss machen will.

Wer weiß, vielleicht ist das aber auch der richtige Weg in einer Landschaft, in der lokale Wählerstimmen mehr zählen als ein größerer Plan für die Energiezukunft unseres Landes. Diese Zukunft, und damit sollten wir zur Wahl nach Deutschland blicken, wird stark von der politischen Linie unseres großen Nachbarn geformt. Was in Deutschland gefördert und umgesetzt wird, bestimmt den Strompreis in Europa – und damit auch das Energiegefüge Österreichs.

Agiles arbeiten, flache Hierarchien und Fehlerkultur

Nachfolgend kommen zwei Stimmen zu Wort. Sie beschäftigen sich mit der nächsten Finanzkrise, die beide anrollen sehen. Die eine Stimme erhebt William White, ehemaliger Chefökonom der BIZ. Die andere, ungleich radikalere, lässt L. Randall Wray ertönen, Wirtschafts-Professor an der Universität von Missouri-Kansas City.

White hatte während seiner aktiven Zeit bei der BIZ u.a. im August 2005 beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole vor den Risiken einer überbordenden Kreditexpansion gewarnt. Er sagte jetzt in einem Interview mit der schweizerischen „Finanz und Wirtschaft“, ein Kollaps wie der von Lehman Brothers mit allen Folgen könne sich jederzeit wiederholen. Das Grundproblem sei nämlich geblieben – eine massive Anhäufung von Schulden in den entwickelten Volkswirtschaften bei zu vielen schlechten Krediten mit immer schwächeren Anforderungen für die Kreditvergabe.

In den G-20-Ländern sind die privaten und öffentlichen Schulden aktuell 30% höher als zu Beginn der Finanzkrise. Hinzu kommt, dass sich der Geldfluss in die Emerging Markets seit 2007 beschleunigt hat. Die seit 20 Jahren lockere Geldpolitik in den entwickelten Ländern hätte zu einer Aufwertung der Schwellenländerwährungen führen müssen. Aber diese Länder drucken lieber ebenfalls Geld, um das zu vermeiden. Das hat zu einer Geldflut in diesen Ländern geführt, das Ende eines weiteren Boom-und-Bust-Zyklus kündigt sich an, sagt White.

Diese Zyklen werden politisch nicht verhindert, weil der Wille fehlt, die notwendigen Reformen gegen starke Interessengruppen durchzusetzen. Da ist es einfacher zu glauben, billiges Geld reiche, um das Problem zu lösen. Fed-Chef Bernanke z.B. glaubt, eine Kreditkrise könne durch freigiebige Liquiditätspolitik gelöst werden. Genau das aber ist die Ursache für die aktuelle Situation und führt zu einer neuen Krise in den Schwellenländern.

Die Botschaft des diesjährigen Treffens der Notenbanker in Jackson Hole lautete, die Länder mit einer lockeren Geldpolitik hätten keine Verantwortung für den Effekt auf andere Länder zu übernehmen; diese könnten sich ja durch Aufwertung schützen. Wie in der Eurozone auch, so wird alle Verantwortung den Schuldnern zugeschrieben. Das sei verrückt, sagt White. Denn die Kreditvergabe lag in der Verantwortung der Gläubiger.

Nach White sind die durch die monetären Stimuli von Fed & Co ausgelösten Ausgaben seien nicht stark und nachhaltig genug, um das Wirtschaftswachstum wieder auf die langfristige Trendrate zu bringen. Stattdessen würde eine andere Politik benötigt. Dazu müssten Länder mit Leistungsbilanz-Überschüssen eine expansive Fiskalpolitik betreiben. Außerdem müsste öffentlich und privat mehr investiert werden. Weiterhin ist eine klare Schuldenreduzierung nötig, zu viele Schulden würden niemals zurückgezahlt werden. Banken müssen nach Abschreibung von Schulden rekapitalisiert werden. Dann sind auch Strukturreformen erforderlich. Davon sehen viele überschuldete Länder aber ab, weil sie zum großen Teil den Gläubigern zugutekommen. Erst nach einem Schuldenschnitt wären solche Reformen wieder im Interesse des Schuldners.

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Kleider machen Leute

Was haben Badehosen, Joggingkleidung oder eine Halskette in Landesfarben gemeinsam? Sie alle stellen ein Bild dar, welches Rückschlüsse auf die Personen zulassen. Wie aus Untersuchungen bekannt ist, trägt das gesprochene Wort nur zu einem ganz geringen Teil zur Vermittlung einer Botschaft bei. Die Wirkung und das Wahrnehmen derselben werden mehrheitlich über die optische Vermittlung transportiert. Diese Tatsache versuchen wir mit kopfgesteuerten Aussagen immer wieder zu verdrängen. Die Aufnahme der Information erfolgt aber durch das Unterbewusste oder einfach gesagt über den Bauch.

Große Aufregung gab es um ein Verbot des Tragens von Jogginghosen im Unterricht. Sogar Ö3 widmete dieser Tatsache kostbare Sendezeit. Klar, hier fischt man natürlich beim Zielpublikum um Aufmerksamkeit. Ist das wirklich ein so bedeutendes Thema? Was steckt dahinter? Auch wenn diese Kleidungsform bequem sein mag, so spiegelt sie doch die persönliche Einstellung in diesem Fall zur Schule wieder. Es zeigt, dass die Trägerin oder der Träger dieses Kleidungsstückes keinen Respekt gegenüber seinen Mitmenschen und der Institution Schule hat. Die Position der Schule als erster Schritt in den Ernst des Lebens wird auf ein Niveau reduziert, welches man als bedeutungslos fast gleichgültig bezeichnen kann.

Seriöse Stilberatung zeigt die Wirkung des Erscheinungsbildes von Menschen auf und stellt auch klar, dass modische Elemente nicht unbedingt die beabsichtigte Wirkung erzeugen. Bilder von Trendsettern dienen vor allem kommerziellen Ergebnissen und haben nicht die Absicht den Menschen in seiner Realität wiederzugeben. Aufmerksamkeit erregen bedeutet auch nicht automatisch eine positive Reaktion zu erreichen.

Das Thema Kleidung darf nicht auf die Jugend beschränkt werden sondern sollte auch von Erwachsenen stärker berücksichtigt werden. Es gibt eine Anzahl von Untersuchungen, welche die Wahrnehmung des Erscheinungsbildes der Menschen sehr kritisch aufzeigen. Scheinbare Lockerheit, Kreativität im Stil und modische Kombinationen gehen am beabsichtigten Ziel deutlich vorbei. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter an der Kasse mit unpassendem Erscheinungsbild transportiert eine Botschaft, welche nicht zu einem positiven Wiedererkennungswert sowohl persönlich als auch für das Unternehmen beiträgt. Ein Politiker, der sich in der Badehose in der Öffentlichkeit zeigt oder jedem modischen Trend folgt um seine Anpassungsfähigkeit zu zeigen, lässt an der Ernsthaftigkeit seiner politischen Ziele zweifeln.

Was immer auch die Modeindustrie vorgibt, eines ändert sich kaum, das ist unsere Wahrnehmung aus dem Unterbewussten heraus. Hier werden Bilder gefestigt, welche oft nicht der Realität entsprechen. Diese Bilder sind aber da und können nur schwer richtig gestellt werden. Deshalb bitte aufpassen wie man sich „kleidet“, denn unser Erscheinungsbild hat nachhaltige Wirkung.

Kauft Bonds!

Die Rendite zehnjähriger US-Staasanleihen ist in der Zeit zwischen Mai und Anfang September um rund 85% angestiegen. Das ist einer der höchsten und schnellsten Anstiege in der US-Geschichte. Er führte in den Anleihemärkten rund um die Welt zu Verwerfungen und hat auch deutliche Spuren im US-Immobiliensektor hinterlassen.

Noch ein Rekord: Der Renditeanstieg seit dem Boden im Juli 2012 beträgt 115% und ist damit der größte zyklische Anstieg in den zurückliegenden 50 Jahren. Auf Rang zwei kommt der Anstieg um 94% zwischen Dezember 2008 und April 2010. Die aktuelle Bewegung vom Tief zum Hoch nähert sich der durchschnittlichen Dauer solcher Bond-Bär-Märkte, die bei 423 Tagen liegt.

 

Ist das Kurs-Tief bei Bonds erreicht, bzw. das Rendite-Hoch, dann ist gemäß dem Durchschnitt über die jüngsten 16 Zinszyklen ein Rendite-Fall um 35% zu erwarten, heißt es bei Guggenheim Investments. Wenn man 3% als Rendite-Topp unterstellt, wäre zu erwarten, dass sie auf unter zwei Prozent sinkt, bevor ein erneuter Bär-Markt bei Bonds einsetzt. Steigt die Rendite zunächst noch weiter, z.B. auf 3,5%, so wären 2,25% als Zielmarke zu erwarten.

 

Neben diesen technischen Argumenten aus der Geschichte gibt es auch fundamentale Aspekte, die für ein solches Szenario sprechen. Die Fed selbst hat aktuell ihre Wachstums-Projektionen zurückgenommen. Jetzt sollen es in 2013 nur noch 2% bis 2,3% werden (Projektion im Juni: 2,3-2,6%). Für 2014 wird plus 2,9-3,1% erwartet (Projektion im Juni: 3,0-3,5%).

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Arbeitsplatz der Zukunft: One size fits all?

 

Eine kürzlich erschienene Studie des Milken-Instituts befasst sich mit dem weltweiten Bankensystem. Unter dem Titel „Systemically Important Banks in the Post-Crisis Era” stellt sie eine Fülle von Informationen über die Finanzmärkte und die weltweit systemrelevanten Banken (“G-SIB”) zusammen. Darüber hinaus befasst sie sich mit dem Stand der Bankenregulierung.

 

Ich ziehe nachfolgend aus der Studie einige Tabellen heraus, um die hauptsächlichen Gefahrenherde darzustellen. Mit dem Stand der Regulierung befasse ich mich nicht. Die Studie deutet an, dass hier noch viel zu tun bleibt, um zu einer international harmonisierten Verfahrensweise zu kommen. Selbst wenn eines (viel zu) fernen Tages so etwas erreicht werden sollte, wird das (aus gutem Grund…) völlig ungenügend bleiben.

 

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Der Bildungskleingeist

"Arbeiter von Eisenstange durchbohrt" in Wien, "Gefährlicher Brand nach Explosion in Farbenlager" in der Steiermark, "Arbeiter von Stahlträger eines Lifts erschlagen" in Zell am See, "Lauge floss aus: Arbeiter verletzt" in Lilienfeld, "Tankzug explodiert in Kleinstadt" in Canada, "Arbeiter trennt sich mit Säge Hand ab" in Oberösterreich, "In der Küche brach Feuer aus: Kärntnerin starb", "Sicherheitspannen verunsichern Formel 1", "Tödlicher Unfall in Las Vegas" oder "Sieben Prozent der Kfz schaffen Pickerl nicht" waren in den letzten Wochen Schlagzeilen in österreichischen Tages- und Regionalmedien.

Wir lesen fast wöchentlich in der Chronik oder unter Vermischtes derartige (Kurz)Meldungen, ganz im Sinne der Medienlogik "Only bad News are good News." Ich habe in den letzten Wochen derartige Artikel begonnen zu sammeln, weil mir die Häufung auffiel. Die obigen Beispiele stellen nur einen Auszug bzw. Querschnitt dar. Nehmen wir diese Meldungen als selbstverständlich hin? Welche Gedanken lösen diese Meldungen in Ihrem Kopf aus?

Die "Tatorte" reichen von der Baustelle, über das Lager, über die Küche hin zum Cirque du Soleil und zur Formel 1 und die Gefahren liegen auch auf den Straßen, wenn ein Drittel der schweren Defekte, die bei der Pickerlprüfung festgestellt werden, die Bremsanlagen betreffen. Es kann jeden treffen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz stellen eine tägliche Aufgabe dar....

... denn der Teufel schläft nicht. Trotz aller Gesetze und Verordnungen und technischen Vorkehrungen passieren Unfälle und mitunter Katastrophen. Beinaheunfälle und unsichere Zustände sind aber oft wichtige Vorboten und sollten ernst genommen werden. Zur Vermeidung tragen bewusstseinsbildende Maßnahmen, Schulungen und regelmäßige bzw. wiederkehrende Informationen sowie technische Überwachungen und Prüfungen bei. Managementsysteme wie OHSAS 18001, SCC oder SCP unterstützen hier gezielt und systematisch.

Null-Unfälle ist ein ambitioniertes Ziel, aber machbar, wie  qualityaustria Kunden beweisen. Viel Erfolg mit Qualität.

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Herdentrieb vor rationalem Handeln

Eine aktuelle Untersuchung von Jennie Bai, Thomas Philippon und Alexi Savov mit dem Titel “Have Financial Markets Become More Informative?“ kommt zu dem Ergebnis, dass der Verlauf von Aktienkursen und Anleihe-Preisen die Profitabilität von Unternehmen heute keineswegs besser vorhersagt als vor 50 Jahren.

Das erstaunt, schließlich ist das zur Verfügung stehende Datenvolumen stark angewachsen, der Handel ist liquider geworden. Die Zahl der börsennotierten Unternehmen ist gestiegen, die Handelsvolumina haben zugenommen, die Transaktionskosten sind gesunken.

Börsen beziehen ihre Berechtigung für die Realwirtschaft daraus, dass sie für eine volkswirtschaftlich effiziente Allokation von Kapital sorgen. Gut positionierte Unternehmen sollten leicht an Geld kommen. Ein wesentlicher Maßstab ist dabei die Gewinnentwicklung. Die Kurs-Reaktion auf firmenpolitische Entscheidungen sollte über effektive Börsen einen Hinweis geben, ob diese von den (potenziellen) Anteilseignern positiv oder negativ bewertet werden.

Börsen sollten in diesem Sinne bewirken, dass die Marktteilnehmer, immer besser informiert, zu immer rationaleren Entscheidungen kommen. Sie sollten so in die Lage versetzt werden, die zukünftige Entwicklung besser vorhersagen zu können.

Die Autoren haben zwar eine engere Beziehung zwischen Aktienkursen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung gefunden, aber auch das führt nicht dazu, dass der Verlauf der Kurse die Gewinne besser vorhersagbar macht. Sie kommen insgesamt zu dem Schluss, dass der Grad der Informiertheit heute nicht höher ist als vor 50 Jahren.

Gleichzeitig hat die Informationstechnologie auch in den Finanzmärkten Einzug gehalten, ist immer leistungsfähiger geworden. Als eine mögliche Erklärung dieses Widerspruchs geben die Autoren an, der Einsatz von Computern habe das Speichern und Übertragen von Informationen zwar effektiver gemacht, gleichzeitig werden aber auch immer mehr Informationen produziert. Demgegenüber blieb deren Verarbeitung zurück, die Computer im Finanzwesen sprechen nach den Worten von Herbert Simon (1996) mehr als dass sie zuhören und denken.

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Fehlende Standards und ihre Folgen

Digitale Technologien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, sind doch Mobile Devices oder die Nutzung von Social Media heutzutage zur Selbstverständlichkeit geworden. Marketingverantwortliche haben diesen Trend und die damit einhergehenden radikalen Änderungen des Konsumentenverhaltens bereits erkannt.

Ob ein Produkt ein Hit oder ein Flop wird, hängt heute nicht mehr allein davon ab, ob die Käuferschicht vom Kosten-Nutzen-Aspekt, der Funktionalität oder vom Design überzeugt ist. Meinungsbildung über Produkte erfolgt in sozialen Netzwerken in ungewohnter Dynamik und stellt somit Unternehmen vor neue Herausforderungen. Vor allem die Geschwindigkeit und die Tragweite dieser Prozesse sind atemberaubend. Soziale Medien ermöglichen eine höhere Interaktion mit dem Käufer, die Konsumenten können einer Marke gegenüber aber auch schneller untreu werden, die Konkurrenz ist ja nur einen „Mausklick“ entfernt.

Hier kann die Informationstechnologie das Marketing punktgenau unterstützen. IT-Anbieter haben Lösungen entwickelt, die den  Kunden helfen, die Meinungsbildung zu den eigenen Produkten als auch das Kaufverhalten ihrer Kunden zeitnah und laufend zu erkennen. Diese Lösungen bedienen sich dabei eben nicht nur den klassischen Kunden/Lieferanten-Kommunikationswegen, sondern benutzen auch die digitalen Medien und die Fußspuren die Kunden darin hinterlassen.

Wir subsummieren diese Lösungen unter dem Begriff „Customer Experience“.  Es ist wichtig früh zu erkennen, wenn Produkte nicht angenommen oder kritisiert werden. Früher haben Unternehmen Geld in Marktforschung gesteckt, um Informationen über Bedürfnisse der Kunden zu bekommen. Heute findet man solche Informationen unter anderem in digitalen, sozialen Netzwerken.

Die Oracle-Lösungen helfen nicht nur dabei, das Produktangebot bestmöglich zu präsentieren, sondern auch dabei, das gesamte virtuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens zu gestalten.  Die Betonung liegt hier auf „gesamtes“ Erscheinungsbild. Dies umfasst, wenn möglich, alle Interaktionspunkte zwischen Kunden und Lieferant, egal ob persönlich, telefonisch oder digital.  Je stimmiger dieses Erscheinungsbild ist, desto vertrauensvoller wird das Unternehmen und seine Botschaften wahrgenommen.

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ÖFHF: Die Wahrheit über Life-Cycle-Costs

ÖFHF: Die Wahrheit über Life-Cycle-Costs

Der Begriff Chimerica wurde 2006 von dem Historiker Niall Ferguson und dem Ökonomen Moritz Schularick geprägt und meint die Symbiose der Volkswirtschaften von China und Amerika.

Chimerica“ spielt bewusst auf „Chimäre“ an, in der griechischen Mythologie ein feuerspeiendes Mischwesen, ein Ungeheuer mit drei Köpfen. Chimerica hat nach Ansicht der Autoren massive und gefährliche Verwerfungen in der Weltwirtschaft hervorgerufen, deren Berichtigung ernste Konsequenzen nach sich zieht. Auch Fabelwesen leben nicht ewig.

 

China hat sich zum globalen Waren-Produzent entwickelt und verwendete die Exporterlöse, um den USA zinsgünstige Kredite zum Kauf dieser Waren zu gewähren. In den USA bewirkten diese Kredite eine starke Ausweitung des Konsums, China profitierte durch Vollbeschäftigung und starkes Wirtschaftswachstum. Der massive Kauf von US-Staatsanleihen durch China hielt den Kurs des Yuan niedrig und begünstigte so die chinesische Exportwirtschaft.

 

Der günstige Verfügbarkeit chinesischen Kapitals für amerikanische Unternehmen und Haushalte wird von den Autoren als wesentliche Ursache für den Boom in den 2000er-Jahren angesehen. Auch Hedgefonds und Private Equity-Gesellschaften nutzten die günstigen Kredite und bauten damit hohe Schuldenhebel auf. Die hierdurch begünstigte Kreditblase, zu einem wichtigen Teil im Haus-Sektor, platzte schließlich im Herbst 2008.

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BIM-Tagebuch: Wie Sie BIM-fit werden

BIM-Tagebuch: Wie Sie BIM-fit werden

Unzufriedenheit mit den Politikern, keine klaren Aussagen der Politik, 'ich kann ohnedies nichts machen', oder das Diktat der Parteien - so oder ähnlich wird immer wieder argumentiert, warum man nicht zur Wahlurne geht. Das eine oder andere Argument kann durchaus zu Recht kommen, vor allem dann wenn sich die Menschen mit der Thematik auseinandersetzen. Diese Gruppe ist aber in der Minderheit der Nichtwähler. Wenn man die Zahlen aus Deutschland heranzieht, so ist der Anteil der Wählenden mit 62 % erschreckend niedrig. Österreich wird hier sicher nicht anders sein. Es werden alle möglichen Gründe vorgegaukelt, warum dies so ist.

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Die Zukunft ist mobil

 

Heutzutage hat jeder schon von „Cloud“ gehört. In den letzten Jahren haben sich die IT-Industrie, Berater sowie die Medien intensiv damit beschäftigt, was Cloud Computing eigentlich ist und, vielleicht noch wichtiger, welche Vorteile sich dadurch für Unternehmen ergeben.

Der Fokus wird hier häufig auf die Verschiebung von Kapitalaufwendungen (CAPEX) zu Betriebsausgaben (OPEX) gelegt. Ebenso häufig geht es um IT-Probleme wie Skalierbarkeit, Flexibilität oder On-Demand-Kapazität. Auch dass die Komplexität des IT-Managements reduziert werden kann und sich der IT-Manager aufgrund freiwerdender Kapazitäten auf Lösungen konzentrieren kann, die dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile bringen, werden als Vorteile angeführt. 

Während jedes dieser Argumente seine Berechtigung hat, überschatten sie oft eine der spannendsten Diskussionen. Damit meine ich, dass die Idee, Business-Anwendungen  in der Cloud durch ein Software-as-a-Service (SaaS)-Modell per Abonnement zu bezahlen,  mehr Vorteile bietet. Insbesondere macht es den Weg frei für Innovation und neue Technologien.

SaaS selbst ist kein neues Konzept. In der Tat kann seine Entwicklung  bis in die späten 1990er Jahre zurückverfolgt werden, als webbasierte Anwendungen, die von Application Service Providern (ASPs) geliefert wurden, die Fantasie vieler  IT-Manager anregten. Erste Anwendungen haben sich oft auf Sales Force Automation (SFA), Customer Relationship Management (CRM) sowie Web-Content-Management konzentriert.

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Die neue Welt der Arbeit – für Skeptiker

Seit dem Frühsommer 2012 wird die europäische Finanzkrise vertagt, die Symptome der zugrundeliegenden Ursachen werden seitdem unterdrückt. Das geschah durch eine Kombination von Sparprogrammen, Abschreibungen, das Vorhaben einer Bankenunion, die Einrichtung des ESM und nicht zuletzt durch die Aussage von EZB-Chef Draghi, alles zu tun, was erforderlich ist, um den Euro zu retten.

Die relative Finanzstabilität zeigte sich auch darin, dass die Zinsen in der südlichen Peripherie fielen und die Aktienmärkte anstiegen, ohne dass es eine Erholung der Realwirtschaft gab.

Die Austerität hat es nicht geschafft, öffentliche Finanzen und Schulden zu kontrollieren, Steuererhöhungen und Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben haben zu wirtschaftlicher Kontraktion beigetragen. Die Staatseinnahmen gingen zurück, die Ausgaben für die „sozialen Netze“ stiegen mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit. Die Budget-Defizite bleiben erhalten, teilweise auf reduziertem Niveau, die Schuldenquoten steigen weiter.

Einige Länder der Eurozone machten außergewöhnliche Umstände geltend, folglich wurden Ausnahmen gemacht. Aber auch die aufgeweichten Ziele bei der Reduktion von Defizit und Schuldenstand dürften verfehlt werden.

Weitere Abschreibungen von Staatsschulden, um auf vernünftige Schuldenpegel zu kommen, sind problematisch. Öffentliche Hände besitzen große Anteile hieran, Abschreibungsverluste landen letztlich bei den Steuerzahlern. In Deutschland hat die Regierung (vor der anstehenden Bundestagswahl…) den Wählern wiederholt versichert, dass die Bailouts für sie ohne Risiko sind.

Das OMT-Programm der EZB erlaubt es, unbegrenzte Beträge von Schulden von Eurozonen-Ländern zu kaufen. Es gilt als Erfolg, wurde bisher aber nicht tätig und daher steht die Nagelprobe noch aus. Das OMT-Programm steht zudem auf rechtlich unsicheren Füssen, das deutsche BVG wird im Herbst hierüber urteilen. Für Länder wie Italien oder Spanien ist es mittlerweile problematisch, Hilfe hieraus in Anspruch zu nehmen, weil ihre Steuerzahler im Falle einer späteren Restrukturierung der Staatsschulden über ihre Bankguthaben zur Kasse gebeten werden können, wenn Banken dabei in Schieflage geraten.

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Licht und Schatten

Massive Veränderungen werden erwartet, berichten die qualityaustria Normungsexperten Thomas Szabo und Anni Koubek.

Nach dem Jahr 2000 arbeitet die Internationale Organisation für Normung (ISO) wieder an einer großen Revision der führenden Norm für Managementsysteme, sprich ISO 9001. Die Veröffentlichung der nächsten Ausgabe wird im Jahr 2015 erwartet. Die erste öffentlich zugängliche Version ist seit Juni als ISO/CD 9001:2013 verfügbar. Der Revisionsprozess betrifft aber nicht nur die ISO 9001, sondern auch andere wie die ISO 14001.

Das erste Treffen der verantwortlichen Arbeitsgruppe ISO/TC 176/SC 2/WG 24, Revision von ISO 9001, wurde im Juni 2012 in Bilbao, Spanien, abgehalten. Ein Jahr später und mit nur zwei weiteren persönlichen Treffen der Gruppe kam man überein, den ersten Entwurf des Komitees freizugeben. Im nächsten Prozessschritt kann der Entwurf kommentiert werden. Änderungen sind also noch möglich.

Eine der Hauptquellen der Änderung ist die Anwendung der ISO Directive, Annex SL. Dieses Dokument legt eine gemeinsame Definition und gemeinsame Struktur für alle neuen ISO Managementsystem-Normen und für Revisionen von bestehenden Normen fest. Es gewährleistet darüber hinaus, dass in den Klauseln aller Managementsystem-Normen ein gemeinsamer Haupttext vorhanden ist. Dieser gemeinsame Rahmen legt zehn Abschnitte fest:

1. Anwendungsbereich

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Von der Vision zur Realität

Die gestrige Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten FOMC-Sitzung brachte keine neuen Erkenntnisse, wann und in welchem Ausmaß die Fed ihre QE-Aktivitäten reduzieren wird.


Auch wenn es vordergründig darum gehen mag, entscheidend das letztlich nicht. Wichtiger ist die Frage, wann die Fed nicht nur den Fuß vom Gas nimmt, sondern auf die Bremse tritt in dem Sinne, dass sie beginnt, ihre Bilanz zu verkürzen. Die war ja bekanntlich mit den massiven Käufen von Schuldscheinen auf über 3,6 Bill. Dollar angeschwollen, ihr gehören jetzt rund ein Drittel aller ausstehenden 10-jährigen US-Staatsanleihen.

Die wichtigste Frage aber ist eine andere.

In der Fokussierung auf die QE-Aktivitäten ist ein wenig untergegangen, dass sich die Geschäftsbanken weiterhin Geld bei den Notenbanken leihen können zu einem Zinssatz von praktisch null Prozent, obwohl die Zinsen in den zurückliegenden Monaten deutlich gestiegen sind.

Die Geschäftsbanken nutzen den Geldsegen dazu, zu spekulieren, wobei sie je nach Marktlage durch die einzelnen Asset-Klassen rotieren. Aktuell stehen Aktien im Mittelpunkt. Hier sind die Preise jetzt so weit getrieben worden, dass man getrost von deutlicher Überbewertung sprechen kann – insbesondere vor dem Hintergrund des schwächsten Wirtschaftswachstums außerhalb einer Rezession seit Ende des zweiten Weltkriegs.

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Was unterscheidet ein Audit von einem Assessment?

Was unterscheidet ein Audit von einem Assessment?

Single Euro Payments Area (SEPA) ist der neue europäische Zahlungsstandard für Euro Transaktionen innerhalb der Europäischen Union, welcher die verschiedenen nationalen Standards ablösen soll. Der SEPA Zahlungsraum umfasst 32 Staaten, dennoch gilt dieser nur für Euro Transaktionen.

Die verpflichtende Umstellung muss bis zum Februar 2014 erfolgen. Viele Firmen haben jedoch verabsäumt frühzeitig auf SEPA umzusteigen oder wissen nicht genau, was dazu nötig ist. SEPA ist in drei Kernelemente unterteilt: SEPA-Credit Transfer (Überweisungen), SEPA-Direct Debit (Lastschrift), SEPA-Cards Framework (Kartenzahlungen).

Allerdings sind nur Überweisungen und Lastschriftaufträge in der Praxis relevant.

Was ändert sich durch SEPA für Ihr Unternehmen?

. Nationale Kontonummern und Bankleitzahlen werden durch IBAN und BIC ersetzt

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Machtwort gefragt

Der finnische IT-Pionier Tieto lädt ein und die IT-Szene trifft sich zum realen Erfahrungsaustausch der virtuellen Welt.

Nach dem Motto „Lernen von den Besten“ präsentieren am 1.10.2013 im Wiener The STAGE (vormals TechGate) Unternehmen, wie Andritz, ASFINAG, Zellstoff Pöls und A1 Telekom ihre Best Practise-Projekte, während künftige Themen der Gesundheits-IT durch MedUni Wien, Infocentric Research, Äskulapp, FH Technikum Wien, Hartinger Consulting und InterSystems diskutiert werden.

Der Spezialist für „neues Arbeiten“ Philipp Rosenthal, von Infocentric Research, zeigt anhand eines Beispiels aus dem Hohen Norden, wie der Alltag im Jahr 2020 durch die IT gestützt sein wird und auch Bernhard Ludwig ist mit seiner „Anleitung zum Burn Out“ mit dabei.

Spezialisten von SAP, Microsoft, Tieto und Infocentric Research erörtern mit den Teilnehmern das Thema „Consumerization of IT“. Wird dieses Phenomän für Unternehmen nun Top oder doch Flop? Der Workshop “Gesundheitsreform – eine Herausforderung für die IT” wird von Hartinger Consulting geleitet.

Die Moderation der beiden Vortragsreihen “Die Zukunft der Gesundheits-IT” und “Trends in Business Innovation” haben Mag. Roland Schaffler, Herausgeber österreichisches Gesundheitsmagazin, und Martin Szelgrad, Chefredakteur Telekom- und IT Report, übernommen.

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Digital Natives bestimmen die Zukunft der Arbeit

Mehr und mehr Infokanäle in Unternehmen: Wie groß ist der tatsächliche Mehrwert? Denn wenn alle alles nutzen, funktioniert die Kommunikation nicht mehr.

Unlängst erzählte mir ein Bekannter von folgender Situation: Er saß in einem Meeting und erkannte, dass ihm im Gegensatz zu den anderen Meetingteilnehmern eine wesentliche Information fehlte. Anfänglich peinlich berührt, ärgerte er sich rasch, denn die Information war über einen neuen Kommunikationskanal verschickt worden. Mein Bekannter hatte sich bei dem Kanal erst eine Woche davor registriert und dem noch nicht viel Bedeutung geschenkt.

Kennen Sie solche oder ähnliche Vorfälle? »Wann denn?«, hieß es früher auf die Aussage: »Aber das habe ich Ihnen doch geschickt!«. Heutzutage fragt man auf so einen Satz besser: »Wohin denn?«

Wir sind in unserer Arbeit und auch in unserem Privatleben pausenlos von Kommunikation, Wissen und Information umgeben. Unsere Mitmenschen versuchen uns über unterschiedliche Kanäle zu erreichen. Es sind Kommunikationspfade, die leider die Angewohnheit haben, bestehende Wege nicht zu ersetzen, sondern parallel dazu zu existieren. »Aber Kommunikation und Information sind doch das A und O in unserer Wissensgesellschaft«, höre ich da Stimmen laut werden, und ich pflichte ihnen völlig bei. Die Schwierigkeiten kommen allerdings dort auf, wo es schlicht und ergreifend zu viel wird. Zu viel Information, zu viel Wissen und vor allem zu viele Kanäle, über die wir uns austauschen.
 
Kanalisierte Infofluten
Wir alle bekommen zahllose E-Mails am Tag, die alle gelesen werden wollen, oftmals mit großen Verteilerlisten (damit auch andere etwas davon haben). Vielleicht klingelt hin und wieder das Festnetz. Das Handy klingelt jedenfalls definitiv oft. Manchmal heben wir ab, manchmal geht der Anruf auf die Sprachbox, die dann natürlich abgehört werden will. Privat sind wir auf Facebook, das immer wieder in Ansätzen auch beruflich genutzt wird, wie mir auffällt. Wir sind auf Xing vernetzt und auf LinkedIn und wo auch immer noch. Wir nutzen Skype und im beruflichen Kontext vielleicht Lync. Und die ganz fortschrittlichen Unternehmen haben auch noch ihre eigenen Social-Collaboration-Tools im Einsatz, über die sich Mitarbeiter und wenn gewünscht auch Externe über Projekte und Themen austauschen können.

Bei all diesen vielen Kanälen, über die wir uns fleißig austauschen, stellt sich für mich schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Wie groß ist der tatsächliche Mehrwert gegenüber dem Risiko, buchstäblich aneinander vorbei zu kommunizieren? Denn wenn alle alles nutzen, funktioniert die Kommunikation nicht mehr.

Weniger ist mehr
Eine Lösung könnte sein, nicht mehr jedem Mitarbeiter jeden Kommunikationskanal und jedes Tool zur Verfügung zu stellen, sondern im Gegenzug Gruppen zu definieren. Diese Mitarbeitergruppierungen könnten anhand der Mobilität der Mitarbeiter, ihres Kommunikationsverhaltens – welche Apps und Tools werden genutzt, wird in Excel oder SAP gearbeitet – und Sensibilität der Informationen erfolgen. Jemand, der mit hochsensiblen und strategischen Informationen arbeitet, sollte nicht im Webcafé darauf zugreifen können. Andersrum wäre es verkehrt, einem Kundenbetreuer den mobilen Zugriff auf Unternehmensdaten einzuschränken. Aber brauchen Mitarbeiter auch in der Buchhaltung tatsächlich Lync auf ihrem Laptop? Es finden sich noch viele weitere Beispiele. Wenn Sie solche Gruppen definieren, wird sich rasch herausstellen, dass diese sich wenig an hierarchische Überlegungen koppeln, sondern rein die Arbeitsweise der Mitarbeiter widerspiegeln. Die Gruppen können sich somit quer durchs Unternehmen ziehen.

Ein nächster Schritt wäre dann, gemäß den Bedürfnissen dieser Gruppen zu bestimmen, welche Tools und Kanäle genutzt werden, und ob Sie den Zugriff auf unternehmensintern beschränken oder auch extern zulassen. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur an Kosten, die für Software, Hardware oder Lizenzen anfallen, sondern Sie reduzieren auch die genannten Leerzeiten, in denen man zig Kanäle nach den richtigen Informationen durchsuchen muss. All dies sollte nicht passieren, um jemanden einzuschränken. Kanäle und Kommunikation haben aber bereits ein derartiges Ausmaß angenommen, dass allen alles nutzbar zu machen nicht sinnvoll ist.

Berufung versus Beruf

Der mobile Arbeitsplatz wird zur Selbstverständlichkeit. Doch wie soll seine technische Infrastruktur gestaltet sein, damit Arbeitgeber und Nutzer zufrieden sind?

Bereits heute bieten laut der Cisco-Studie „Workplace of the Future“ etwas mehr als ein Viertel aller Unternehmen ihren Mitarbeitern mobile Arbeitsplätze an. Zwei Eigenschaften prägen diese Arbeitsplätze heute: der Mobilitätsgrad und die Art der Arbeit.

Klarer Trend
Der Mobilitätsgrad ist durch den Arbeitsradius bestimmt. Laut „Mobile Workforce Survey 2012“, einer globalen Unternehmensumfrage von Novacrea Research Consulting in Zusammenarbeit mit The Future of Work Unlimited, wird zwischen intern mobilen, lokal mobilen und remote mobilen Arbeitsplätzen unterschieden. Intern mobil bedeutet, dass innerhalb des Firmengeländes, jedoch nicht am Arbeitsplatz gearbeitet wird. Lokal mobile Arbeitsplätze erlauben es, regelmäßig einen oder mehrere Tage in der Woche von zu Hause oder einem anderen Ort aus zu arbeiten. Remote mobile Arbeitsplätze sind für Personen gedacht, die weit weg vom Firmengebäude arbeiten und nur selten auf dem Firmengelände anzutreffen sind.

Mehr als die Hälfte aller mobil arbeitenden Personen sind gemäß der Cisco-Untersuchung hauptsächlich mit Arbeiten beschäftigt, die eine Form von Interaktion mit anderen erfordert – also Sitzungen (23 Prozent der Arbeitszeit), Telefongespräche (25 Prozent) oder auch andere Arten der Online-Zusammenarbeit (sieben Prozent).

2020 möchten 90 Prozent der Unternehmen mobile Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Damit sie dieses Vorhaben umsetzen können, müssen sie die heute gängige Praxis der vorgeschriebenen Arbeitsgeräte, der nur eingeschränkt zur Verfügung stehenden IT-Systeme und der engen Zugangsbeschränkungen auf Anwendungen und Daten verändern. Selbst Telefonie und Mail – die heute zur Verfügung stehenden Hauptkommunikationsinstrumente – sind in naher Zukunft stark zu verbessern.

Darüber hinaus ist es notwendig, die beiden wichtigsten Faktoren, Anwendungen und Daten, den Nutzern so zur Verfügung zu stellen, dass die interne IT die verschiedenen mobilen Arbeitsformen unterstützt.Intern mobil Arbeitende verbringen jeden Tag in einem Bürogebäude des Unternehmens, sind jedoch die meiste Zeit nicht an ihrem Arbeitsplatz. Eine ideale Arbeitsumgebung muss innerhalb der Firmengrenzen mitwandern und darf nicht fest an irgendein Gerät gebunden sein. Nur dann können sich intern mobil Arbeitende innerhalb der Firmengrenzen frei bewegen. Lokal mobil arbeitende Personen, die regelmäßig einen oder mehrere Tage in der Woche von zu Hause oder einem anderen Ort aus arbeiten, brauchen den gleichen sicheren und umfassenden Zugriff auf Anwendungen und Daten, den sie innerhalb des Firmengeländes haben.

Remote mobile Mitarbeiter, die weit entfernt vom Firmengebäude arbeiten und nur selten oder gar nie dort anzutreffen sind, benötigen diesen Zugriff ebenfalls – mit einem Unterschied: Sie brauchen ihn rund um die Uhr. Darüber hinaus sind Kommunikationsinstrumente notwendig, die eine physische Sitzungspräsenz weitgehend ersetzen – beispielsweise Videokonferenzen.

All diese Instrumente sind in die Organisationsabläufe des Unternehmens zu integrieren. Das erfordert nicht nur die Bereitschaft zu größeren Investitionen, sondern auch ein Umdenken auf Ebene der Unternehmen, die mobile Arbeitsplätze nicht nur als betriebswirtschaftliches Instrument der Rationalisierung sehen, sondern in ihre Unternehmenskultur integrieren.

24x7 Zugriff auf Daten
Die neuen Instrumente, die eine IT bereitstellen muss, werden sich von den heutigen Anwendungen stark unterscheiden. Sie unterstützen verschiedenste Plattformen und Geräte. Mobile Workers verfügen dank neuer Infrastrukturen künftig rund um die Uhr über einen sicheren Zugriff auf Daten und Dokumente – ganz gleich, wo sie sich gerade aufhalten. Die Unternehmens-IT wird sich in Zukunft flexibel an solche neuen Arbeitsmodelle anpassen und exakt da sein, wo sich gerade der mobile Arbeitsplatz befindet.

US-Aktien im Himmel

Im April hatte die japanische Regierung unter Ministerpräsident Abe das größte QE-Programm aller Zeiten angekündigt. Mit einem Umfang von 25% des BIP, bzw. 1,4 Bill. Dollar, und einer Laufzeit von zwei Jahren übertrifft es sogar alle QE-Aktivitäten der Fed. Die haben sich in den zurückliegenden vier Jahren auf vergleichsweise bescheidene 16% des US-amerikanischen BIP summiert. Würde die Fed dem japanischen Vorbild folgen, müsste sie QE-Programme im Volumen von 3,75 Bill. Dollar auflegen.


Die Abenomics genannte „neue“ japanische Wirtschaftspolitik sollte das Land aus der seit zwei Dekaden anhaltenden Deflationsspirale heraus katapultieren und der Wirtschaft einen nachhaltigen Wachstumsimpuls geben.

Neu an dieser Wirtschaftspolitik ist allerdings bestenfalls der Name und ihr Ausmaß – die Rezepte sind im Grunde nichts anderes als Keynessche Anreizpolitik. Diese mag unter bestimmten Bedingungen zeitweiliges Wachstum initieren, in einem deflationären Umfeld mit hoher Liquiditätspräferenz ist ein dauerhafter Impuls allerdings mehr als zweifelhaft.

Jetzt wurden die ersten BIP-Zahlen nach Beginn dieses „einmaligen Experiments“ gemeldet. Das japanische Bruttoinlandsprodukt ist demnach im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nur um 0,6% angewachsen. Die bereits zuvor gesenkten Erwartungen von plus 0,9% wurden damit deutlich verfehlt.

Abe hätte es eigentlich wissen müssen: Die verschiedenen Regierungen haben in den zurückliegenden 20 Jahren bereits schon QE-Programme im Wert von zusammengerechnet rund 25% des BIP aufgelegt.

Japans Industrieproduktion ist im Juni um 3,3% gegenüber Mai zurückgegangen. Gleichzeitig ist der japanische Verbraucherpreisindex zum ersten Mal in den zurückliegenden 14 Monaten angestiegen. Der Zuwachs war zugleich der größte seit 2008, als die Rohstoffpreise auf Rekordflug waren.

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Einhorn oder Esel mit Stanitzel

Sparen, sparen, sparen. Die Rufe der neoliberalen Proponenten sind nicht zu überhören. An sich ist es ja nicht schlecht sorgsam mit den vorhandenen Mittel der Volkswirtschaften umzugehen. Die Frage ist nur wie. Hier scheint sich ein Ideologiekampf zwischen kurzfristigen Finanzerfolgen und gesellschaftspolitischen daher volkswirtschaftlich ausgerichteten Gedankenwelten abzuspielen. Diesem Spiel kann oder will sich die Politik nicht entziehen. Am Beispiel des öffentlichen Verkehrs kann man dies derzeit schon in Deutschland bei der Bahn sehen. Köpfe reduzieren um jeden Preis rächt sich letztendlich immer. Systeme können nur bedingt Menschen ersetzten, vor allem dann wenn es um Sicherheit und Qualität geht. Auch der verhehrende Unfall in Spanien lässt sich auf dieses Denkmuster zurückführen.

Auch in Österreich müssen wir uns den Problemen stellen. Hier verspricht die Politik, durchaus zu Recht, für den öffentlichen Verkehr immer bessere Angebote. Gleichzeitig werden aber die Möglichkeiten diese umzusetzen immer mehr verschlechtert. Auflagen an die Unternehmen und deren Verantwortliche sind einfach nicht nachvollziehbar. Ein Mehr an Angeboten bei gleichzeitiger Reduzierung der Mitarbeiteranzahl, Reduzierung der Arbeitszeit, Abbau von Überstunden, Verminderung der Krankenstandstage bei gleichzeitigem Aufahmestopp passt einfach nicht zusammen. Unabhängig davon ist es aber auch notwendig den technischen Zustand der Infrastruktur auf einem Niveau zu halten, welcher die Sicherheit und die langfristige Qualität nicht beeinträchtigt. Der Einsatz von hochtechnischen Systemen ist nur dann möglich, wenn auch eine entsprechende Anzahl von Menschen vorhanden ist, die den Einsatz dieser Einrichtungen auch ermöglichen. Ein Computer ersetzt keinen Menschen, es bedarf sogar mehrerer Personen um die Funktion aufrecht zu erhalten.

Die Politik und die Verantwortlichen in den Unternehmen sollten sich diesem Paradigmenwechsel mal stellen. Man kann sparen, aber nicht einfach nur über das präsentieren von beliebigen Kennzahlen. Man sollte sich mal auch mit den Prozessen auseinandersetzen und darüber nachdenken ob nicht unsere „Kontrollitis“ überzogen ist. Ist unser überzogener Regulierungswahn nicht Schuld am Geld ausgeben? Könnte man nicht mit etwas mehr an gesunden Menschenverstand auch Probleme lösen? Eines ist klar eine ausgepresste Zitrone gibt keinen Saft mehr und sie kann sich auch nicht mehr erholen. Orientieren wir uns wieder mehr an der Realwirtschaft und nehmen wir die unproduktive Finanzwirtschaft an die Leine.

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