Iowa und Iran Empfehlung
"Ron Paul ist extrem", so kommentierten viele konservative TV-Stars die letzte der zahlreichen Diskussionsrunden der republikanischen Präsidentschaftskandidaten, ehe am 3. Jänner tatsächlich die ersten Stimmen in den Vorwahlen 2012 abgegeben werden. Paul ist extrem, weil er als einziger der Kandidaten nicht über ein Bombardment Irans nachdenkt. "Seine Ansichten sind gefährlich", erklärte Mitbewerberin Michele Bachmann, die lieber heute als morgen gegen das Regime in Teheran vorgehen würde, vorsorglich, schließlich könnten die Perser ja irgendwann zu einer Atombombe kommen.
Unter Republikanern wird man, wie Paul, zum Extremisten, wenn man nicht vorbehaltlos, jeden Militäreinsatz unter welchem Vorwand auch immer gutheißt.
In der gesamten Wahlkampfberichterstattung ist erschreckend, wie sehr die großen Fernsehanstalten in den USA die These von Noam Chomsky, dem Medienwissenschafter, bestätigen, dass sie nichts anderes seien als Sprachrohre des militärisch-industriellen Komplexes. CBS etwa gehört Westinghouse und ist der Sender, der es geschafft hat, Ron Paul, jenem Kandidaten der sich für ein Ende der ständigen Kriegstreiberei einsetzt, in einer einstündigen Debatte aller republikansichen Präsidentschaftskandidaten schlanke 89 Sekunden zu Wort kommen zu lassen. Westinghouse ist einer der wichtigsten Lieferanten des Pentagon und an der Spitze des Konzern steht nicht zufällig der frühere Verteidigungsminister Frank Carlucci.
Laut Reichweitenerhebungen beziehen 28 Prozent der amerikanischen Haushalte ihre Nachrichten von NBC, oder einer Schwesteranstalt. Eigentümer ist General Electric, jener Konzern, der von Patriot- über Tomhawk-Raketen zu Tarnkappenbombern alles produziert - beste Produktbewertungen inklusive. Eine Legion von Militärexperten begleiteten auf NBC den Irak-Krieg und sie waren voll des Lobes dafür, wie präzise die Waffensystem der US-Armee funktionierten. Sie kreierten das Bild eines klinisch sauberen Kriegs, das offensichtlich die Fernsehmacher selbst zu glauben begannen. Sean Hannity, der konservative Fox-Kommentator, etwa konfrontierte den Kandidaten Ron Paul ganz ungläubig: "Haben sie in der Debatte tatsächlich behauptet, dass die USA eine Million Iraker in ihren Feldzügen getötet haben?" Als ihm Paul entgegnet, dass die Zahl vom US-Aussenministerium bestätigt und damit begründet worden sei, dass dies der Preis des Kampfes gegen den Terror sei, reagierte Hannity betroffen und rettete sein Weltbild mit einem herzerwärmenden: "Aber ich glaube fest daran, dass kein Land mehr Opfer gebracht hat im Kampf für die Freiheit der Muslime....
Die Bomben aus dem Hause der Fernsehanstaltsbesitzer haben halt ein freundlicheres Image und töten für die Freiheit.....
Kriegstreiber unter sich. Republikansiche Präsidentschaftskandidaten schießen scharf gegen Teheran.
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Spätestens seit Pisa wissen wir, im österreichischen Schulsystem läuft etwas fundamental falsch. An meinen zwei Kindern erfahre ich, was es ist. Ich sehe, wie anders sie in einem neuen System reagieren.
Wer über den heimischen Bürokratiedschungel lästert, ist noch nie in die Verlegenheit gekommen, in den USA ein Auto anzumelden. Ein Erlebnisbericht.